dariusz-mierswa

http://www.muensteranerbote.de/

Seltene Berufe II: In der Ruhe liegt die Kraft

Das surren einer Nähmaschine ist das einzige Geräusch in der großen Halle. Ein Stück Stoff für ein Handtuch und ein Stück Leder werden durch die Maschine gezogen. Dariusz Mierswa arbeitet gerade an einem alten Mercedes. Der Vordersitz muss erneuert werden. Außerdem liegt noch eine alte Sitzbank von einem Adenauer-Mercedes unter der Werkbank.
Seine Ausbildung zum Polsterer machte Mierswa noch in Polen. Dort machte er auch die ersten Schritte in seinem Beruf. Da aber schon seine halbe Familie in Deutschland lebte, ging er auch in den Westen.
Eigentlich wollte er auf die Kunstschule gegangen sein, doch dann hat er sich für den Beruf des Polsterers entschieden. Als er dann in Münster ankam, fand er erst einmal Arbeit am Stadttheater. Doch aufgrund einer Krankheit musste er beim Stadttheater wieder aufhören. Dann arbeitete er als Polsterer bei Mertens und Brüssow. Vor einem Jahr stand er dann vor der Entscheidung ob er sich selbstständig machen sollte. Da seine Frau ihn unterstützte und auch heute kräftig unterstützt, hat er den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.
Heißt es für jeden Anfänger im ersten Jahre einen Kundenstamm aufzubauen, kann sich Mierswa über fehlende Aufträge nicht beklagen. Obwohl eine Eröffnungsfeier geplant war, konnte er sie aufgrund von Zeitmangel nicht durchführen. Sogar große Werbekampagnen sind nicht nötig. Mund-zu-Mund-Propaganda beschert ihm bis jetzt ausreichende Kundschaft.
Dieses rührt auch daher, dass er nicht nur gute Arbeit abliefert, sondern auch vielseitig ist. Vom Autositz über den Motoradsitz und den Fahrradsitz bis hin zur ganzen Inneneinrichtung stellt er alles her. Sogar gestickte Embleme werden von ihm in Handarbeit hergestellt.